Aktionärsrechterichtlinie

– Stärkung der Mitwirkungsrechte des Aktionärs und Erhöhung der Transparenz zwischen Gesellschaften und Anlegern

Welches Ziel verfolgt die Aktionärsrechterichtlinie?

Die Aktionärsrechterichtlinie verfolgt das übergeordnete Ziel der Stärkung und Erweiterung der direkten Mitwirkungsrechte des Aktionärs. Voraussetzung für eine effiziente Beteiligung des Aktionärs ist eine automatisierte, möglichst elektronische Kommunikation zwischen Emittenten (z.B. Einladung zur HV, Mitteilung von Kapitalmaßnahmen, etc.) und dem Aktionär (Mitwirkung an der HV, Mitteilung von Entscheidungen von Kapitalmaßnahmen) zu ermöglichen. 

Mit der Verpflichtung einer Beschlussfassung in der HV über die zu veröffentlichende Vergütungspolitik von Vorstand und Aufsichtsrat, den jährlichen Vergütungsbericht sowie über die wesentliche Related Party Transactions (RPTs) werden die Mitwirkungsrechte der Aktionäre erweitert.

Beteiligt sich der Aktionär über einen institutionellen Anleger (Versicherung oder Einrichtung der Altersvorsorge) oder eine Kapitalverwaltungsgesellschaft nur mittelbar, so sind diese zukünftig verpflichtet, Informationen zu ihren Anlagestrategien sowie ihrer Mitwirkungspolitik zu veröffentlichen. Übertragen diese Gesellschaften oder Aktionäre ihre Stimmrechte an einen Stimmrechtsverwalter, so wird dieser verpflichtet, sich einem am Prinzip „comply or explain“ orientierten Verhaltenskodex zu unterwerfen und erweiterte Transparenz in Methodik und Arbeitsweise zu gewähren.

Download SRD II PDF
Deutsch

Download SRD II PDF
Englisch

Hintergrund

  • Unterschiedliche Regelungen auf EU Ebene
  • Emittenten kennen Ihre Aktionäre nicht
  • Unzureichende Kommunikation zwischen Emittenten und Aktionären
  • Geringes Engagement von institutionellen Anlegern
  • Starker Einfluss von Stimmrechtsberatern bei gleichzeitiger Intransparenz
      Betroffene

      • EU-gelistete Unternehmen
      • Aktionäre
      • Intermediäre
      • Institutionelle Anleger und Vermögensverwalter
      • Stimmrechtsberater

          Strategische Herausforderungen für Verwahrstellen

          Mit der Anforderung eines möglichst automatisierten, elektronischen Straight Through Processing (STP) werden mit der Erweiterung des Kreises der relevanten Akteure einerseits und des Umfangs an erforderlichen Daten andererseits, neue Prozesse und damit neue Verantwortlichkeiten erforderlich.

          Eng verknüpft ist damit die Analyse, ob dies mit der bestehenden Systemlandschaft möglich ist, oder ob technologisch neue Kommunikationswege (intern und extern) geschaffen werden müssen. Von kritischer Bedeutung ist der Faktor Zeit bzw. die Verarbeitungsgeschwindigkeit der Informationen hinsichtlich der Einhaltung sehr enger Informationsfristen in der Kommunikation mit dem Aktionär. Deshalb ist parallel dazu eine Digitalisierung der Kommunikation mit dem Emittenten, den Aktionären, den institutionellen Anlegern, den Kapitalsammelstellen und den Stimmrechtsverwaltern erforderlich.

          Und nicht zuletzt macht die Erweiterung der Umsetzung auf EU-Ebene eine Analyse notwendig, in wieweit sich Auswirkungen auf die Kommunikationswege im innereuropäischen Ausland ergeben. Es ist zu erwarten, dass analog zu der behandelten Durchführungsverordnung (EU) 2018/1212 die wesentlichen Aspekte in den kommenden Jahren nach und nach per Verordnung konkretisiert und mit Timelines zur Umsetzung versehen werden.

          Für Intermediäre wichtige Inhalte und Timelines der EU-Durchführungsverordnung 2018/1212 zur Aktionärsrechterichtlinie

          Identifikation der Aktionäre

          • Um eine direkte Kommunikation zwischen Emittent und Aktionär zu ermöglichen, ist es notwendig, dass die Emittenten ihre Aktionäre kennen.
          • Daher werden alle in der EU ansässigen Unternehmen das Recht erhalten, Informationen über ihr Aktionäre bei Intermediären anzufordern.

          Übermittlung von Informationen

          • Intermediäre sind verpflichtet, rechtzeitig und in standardisierter Form den Identifikationsanfragen der Emittenten nachzukommen bzw. diese rechtzeitig an Folge-Intermediäre weiterzuleiten.
          • Intermediäre müssen sicherstellen, dass alle weiteren Informationen von Gesellschaften rechtzeitig dem Aktionär weitergeleitet werden.
          Z

          Ausübung von Aktionärsrechten

          • Intermediäre müssen Vorkehrungen treffen, damit Aktionäre selbst ihre Rechte ausüben können oder ein benannter Dritter.
          • Auf Anforderung des Aktionärs muss eine Rückmeldung an den Aktionär erfolgen, dass seine Stimme von der Gesellschaft wirksam aufgezeichnet und gezählt wurde.
          Mit der Durchführungsverordnung werden in einem ersten Schritt Mindestanforderungen hinsichtlich einheitlicher Formate in Bezug auf die Identifizierung der Aktionäre, die Informationsübermittlung an die Aktionäre und die Erleichterung der Ausübung der Aktionärsrechte konkretisiert. Die Kommunikation zwischen den jeweiligen Emittenten, verwahrenden Unternehmen und den anderen betroffenen Akteuren sollte soweit wie möglich in elektronischer und maschinenlesbarer Form erfolgen, um eine innereuropäische Interoperabilität und eine vollautomatisierte Abwicklung zu ermöglichen. Die Verordnung ist bis spätestens 10. Juni 2019 in das jeweilige nationales Recht zu überführen und wird ab dem 03. September 2020 EU-weit rechtsverbindlich.

          Operative Herausforderungen der Durchführungsverordnung

          Im Anhang der Durchführungsverordnung werden bis auf Feldebene die inhaltlichen und formalen Anforderungen an Informationen, die für die Kommunikation zwischen Emittenten und Aktionär (z.B. HV-Prozess) mindestens erforderlich sind, konkret definiert. Herausforderung innerhalb der Bank wird dabei sein, die erforderlichen Daten aus den unterschiedlichen internen Systemen zu aggregieren, mögliche fehlende Informationen zu identifizieren und diese im Anschluss aus externen Quellen zu beziehen. Der Gesetzgeber überlässt den Marktteilnehmern ganz bewusst die Definition eigener Standards und Fristen für die Datenübermittlung. Er verlangt lediglich, dass diese sich an einer ISO-Norm oder ähnlichen Industrienormen orientieren. Da diese EU-weit abgestimmt werden müssen, erhöht sich die Komplexität und somit der Aufwand, einen einheitlichen Standard zu schaffen. Dies erschwert eine ganzheitliche strategische Planung. Darüber hinaus müssen für die zentralen Akteure (Emittent und Aktionär), die nicht über eine entsprechende Infrastruktur verfügen, elektronische Kommunikationsplattformen geschaffen und angebunden werden, um einen durchgängigen bilateralen STP vom Emittenten zum Aktionär entlang der Wertpapierverwahrkette zu ermöglichen.

          Warum NEXGEN Business Consultants?

          Analyse und Bestandaufnahme

          Aufgrund jahrelanger Erfahrung bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen und der damit verbundenen Expertise haben wir eine Analysemethodik entwickelt, die es uns ermöglicht, effizient neue Anforderungen zu identifizieren und diese umgehend umzusetzen. Darüber hinaus sind wir in der Lage auch Optimierungen bestehender Setups durchzuführen.

          Darüber hinaus verfügen wir über umfassende Kompetenz zu europäischen Reporting-Anforderungen und vertiefte Settlement- und Produkterfahrungen.

            Projektsteuerung und Controlling  

            Wir stellen unsere Mandanten durch unser effizientes, schnelles und lösungsorientiertes Handeln in den Mittelpunkt unserer Tätigkeit. Hierbei achten wir besonders auf Professionalität und Beständigkeit während der Realisierung. Erfolgreich durchgeführte Projekte, hohe Expertise und gezielte Weiterbildung unserer Berater sind unsere Grundlage, Projekte strukturiert und transparent zu steuern und erfolgreich abzuschließen.

              Hohe Qualität und Nachhaltigkeit  

              Wir agieren in einem hochgradig professionellen Marktumfeld, in dem wir durch nachhaltige Kompetenz, kontinuierliche Veränderungsbereitschaft und hoher Servicequalität unsere Mandanten überzeugen. Unsere Qualitätsstandards sichern ein Höchstmaß an Dienstleistungsqualität. Wir möchten unsere Mandanten nicht nur zufrieden stellen, sondern nachhaltig begeistern.

                Sladjan Seferovic

                Managing Partner

                Tel.: +49 179 948 876 57
                E-Mail: sladjan.seferovic@nexgenbc.com

                Markus Trosse

                Senior Manager

                Tel.: +49 151 576 423 78
                E-Mail: markus.trosse@nexgenbc.com

                v

                Wir stehen Ihnen für ein Gespräch zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns!

                Download SRD II PDF
                Deutsch

                Download SRD II PDF
                Englisch

                Disclaimer   

                Bei der Erstellung des Inhalts ist die größtmögliche Sorgfalt verwendet worden, dennoch bleiben Änderungen, Irrtümer und Auslassungen vorbehalten. Die getroffenen Aussagen basieren auf Beurteilungen, historischen Daten und rechtlichen Einschätzungen zum Zeitpunkt der Erstellung des Inhalts. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit. Die Überlassung des Inhalts erfolgt nur für den internen Gebrauch des Empfängers. Die Aufbereitung stellt keine Rechts- oder Anlageberatung dar. Diese muss individuell unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls erfolgen.